Wir müssen reden

Eine Reaktion auf meine Angsterkrankung, bei der ich mir nicht sicher bin, was ich damit anfangen soll: „Wow, das sieht man dir gar nicht an!“ Hm. Sollte mich diese Äußerung mit Stolz erfüllen, oder vielmehr mit Schrecken, weil Angstpatienten in den Köpfen einiger Menschen scheinbar Hörner und einen Rüssel haben?

Was ist eigentlich das Problem? Weshalb haben Menschen mit psychischen Erkrankungen (und davon gibt es vieeele) beinahe so etwas wie die Pflicht, diese Krankheit möglichst gut zu kaschieren? Woher kommen die Vorurteile, die falschen Einstellungen gegenüber Betroffenen? Und vor allem: Weshalb wird eine psychische Erkrankung per se anders behandelt, als ein körperliches Leiden?

„Geh‘ doch eine Runde joggen, dann ist dein Knochenbruch wieder heil“ – said no one ever

Hätte ich ein gebrochenes Bein, würde mir niemand sagen, ich sollte mich doch einmal zusammenreißen. Mich nicht so anstellen. Endlich damit aufhören, dauernd Schmerzen zu haben. An Krücken zu gehen. „Geh‘ doch eine Runde Joggen, dann ist alles wieder gut“ – said no one ever. Warum ist es in Ordnung, einem Angstpatienten zu sagen, er soll einfach nicht an die Panikattacke denken? (Betroffene wissen, dass das der lächerlichste Satz ist, den man loswerden kann; vermutlich gleich nach „Den Klimawandel gibt es nicht.“)

Hätte ich ein gebrochenes Bein, würde jeder Arbeitgeber (hoffentlich) einsehen, dass ich einige Zeit zum Auskurieren bräuchte. Dass ich mich aufs Sofa fläzen und Serien schauen und weinen und humpeln und unruhig schlafen würde.
Weshalb wird einem Menschen mit depressivem Schub nicht das gleiche Recht zugestanden?

Hätte ich ein gebrochenes Bein, dann wäre ich nicht mein Leben lang stigmatisiert. Sobald es mir besser ginge, wäre die Geschichte vergessen. Ich könnte problemlos zurück in den Job, zurück auf Feten und an den Strand.
Weshalb werden Arbeitgeber plötzlich unruhig, wenn ein Bewerber anmerkt, einen Burnout hinter sich zu haben? Warum wird Angstpatienten nicht zugetraut, mit einem hektischen Alltag fertigzuwerden? Weshalb sollte ein depressiver Mensch nicht an den Badesee? Nicht alle psychischen Erkrankungen sind ein permanentes Problem für den Betroffenen. So wie nicht jede körperliche Erkrankung nach einigen Wochen überstanden ist (siehe: der gute alte Rücken).

Egal wie die Gesellschaft mich sieht – es ist ein Vorurteil

Was soll diese Mehrklassengesellschaft? Warum diese Vorurteile? Ich soll meine Erfahrungen verbergen, um mich reibungslos in eine Gesellschaft einreihen zu können, deren Psyche immer kränker wird?
Der Kommentar „Wow, man sieht dir die Angststörung gar nicht an!“ hat mir wieder einmal gezeigt: Offensichtlich muss mehr Aufklärung her.
Nicht jeder Depressive liegt den ganzen Tag über im Bett.
Wie stellt sich die Gesellschaft einen Menschen mit Boderline vor? Egal wie – die Antwort lautet: Das ist bloß ein Vorurteil.

Psychische Erkrankungen müssen endlich aus diesem Schatten hervortreten, in dem sie schon immer versteckt wurden und in dem sie immer besser und besser wuchern können. Dank dieser Tabuisierung gehen wir mit großen Schritten auf eine Gesellschaft zu, die immer kränker wird und unter dem Druck, einen vermeintlich perfekten Schein zu wahren, nach und nach untergeht. Und wisst ihr was? Auf dieses Versteckspiel und diesen Druck habe ich keine Lust mehr. Lasst uns aufstehen! Lasst uns reden und endlich ehrlich sein; den ganzen Diagnosen ein Gesicht geben! Was ist das schlimmste, das passieren könnte? Dass wir damit Menschen vergraulen, die wir offensichtlich mit all ihrer Oberflächlichkeit nicht in unserem Leben brauchen?

DSC_0395.JPG

Ich bin Tatjana, 26 Jahre alt und habe eine Angsterkrankung – heute kann ich problemlos dazu stehen. Nein, ich sitze nicht den ganzen Tag über in meiner Wohnung. Nein, ich bekomme nicht bei jedem Windstoß eine Panikattacke. Nein, ich sehe nicht nur schwarz und muss schon gar nicht ununterbrochen zittern.
Ich habe mit der Erkrankung noch immer die gleichen Ziele und Träume wie davor. Die gleichen Hobbies. Ich habe Freunde, einen immer grüner werdenden Daumen und ein ganzes Repertoire an grottenschlechten Witzen.
Meine psychische Erkrankung war für mich eine wichtige Lektion in meinem Leben und ich bin dankbar für alles, was ich daraus gelernt habe und noch immer lerne. Aber die Erkrankung macht mich nicht aus. Ich bin (Trommelwirbel) trotzdem ich.
Und wer seid ihr?

Advertisements

19 Antworten auf „Wir müssen reden

  1. Liebe Tatjana,
    Ich habe meinen Beitrag nochmal angeschaut. Da waren so viele Fehler drin, der Editor ändert selbstständig Wörter, die ich anders hin geschrieben hatte. Aber du hast es trotzdem verstanden. Ich bin neu bei WordPress und muss erst einmal meine Erfahrungen machen. Ich glaube nicht, dass eine Exposition unbedingt notwendig ist, wenn man Ängste hat, sondern dass man versteht, warum das so ist oder geworden ist und man lernt, mehr auf sich zu achten. Ich habe mich mit dem Thema Resilienz beschäftigt, woher die seelische Widerstandskraft kommt bei manchen Menschen. Dabei bin ich auf mindfulness Stress reduction gestoßen. Da werden in der Gruppe Meditationstechniken jeden Morgen sechs Wochen lang eingeübt. Das soll helfen, dass es seltener zu Stresssituationen kommt, bevor man etwas angehen muss, das gewohnheitsmässig mit Stress verbunden ist. Das sogenannte“ arousl““. Regelmäßiges Meditieren soll dazu führen, dass diese Reaktionen weniger werden und es sogar zu organischen Veränderungen im gyrus praäcentralis kommt, dass man besser lernt, Emotionen besser einzuordnen und das Ereignis und die Emotionen besser getrennt wahrgenommen werden. Ich meditiere allein, weil ich das nicht in der Gruppe mitmachen kann wegen meiner Behinderung. Aber es tut mir sehr gut, und ich habe habe den Eindruck drück, dass ich robuster geworden bin.

    Gefällt 1 Person

  2. Vielen Dank für deine Worte und für deine Offenheit! Ich bin sehr dankbar dafür, dass viele meiner Leser nicht nur ein Name sind, sondern mich auch an ihren Geschichten teilhaben lassen – das ist so eine große Bereicherung!
    Ja, ich mache eine Verhaltenstherapie – Exposition hat im Rahmen der Therapie zwar nie richtig stattgefunden, aber ich bespreche das, was mich blockiert und meine Stresslevel steigen lässt, mit meiner Therapeutin, worauf sie mir Ratschläge gibt, wie ich mit verschiedenen Situationen umgehen kann. Die Exposition wäre dann sozusagen Hausaufgabe.
    Auf meine Therapie werde ich aber auf jeden Fall noch in einem gesonderten Blogbeitrage eingehen!
    Ganz liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Tatjana, leider haben viele Menschen in unserer Gesellschaft Vorurteile und Berührungsängste vor und gegen andere, die sagen, sie seien psychisch krank gewesen oder seien es noch. Viele Menschen haben traumatische Erlebnisse gehabt. Und haben selber Angst, dass ihr Verhalten zeigen könnte, wie verletzlich sie eigentlich sind, weil das für sie selber ein Makel wäre. Sie spielen den Robusten, aber wenn dein anderer ehrlich zu seiner Geschichte steht, haben sie unbewusst Angst vor m dem Spiegel. Ich habe als Ärztin in einer Rheumatologische gearbeitet. Mein damaliger Chef, der sehr autoritär war, vertraute mir an, er müsse jeden Morgen schwimmen, dann würde sich seine morgendliche Übelkeit bessern. Er habe jeden Morgen Angst, er könne sich nicht genug durchsetzen.Als Chef war er mir gegenüber besonders autoritär, und ich hatte den Eindruck, er mochte mich nicht. Ihn störte dann, dass man mir anmerkte, wie unangenehm ich sein Verhalten fand. Meine Mimik drückte das aus, vielleicht sah er sich dann wie im Spiegel bei seinem früheren sehr autoritären Chef, den er total imitierte. Ich habe selber viele Jahre lang Angstzustände gehabt aufgrund sehr schlimmer Misshandlungen als Kind. Weil ich nicht so viel lachte wie andere und meine Ausstrahlung nicht so positiv war, sind mir viele Menschen aus dem Weg gegangen. Es war wie ein Stigma. Es kam nicht so sehr darauf an, dass ich oft anteilnehmend zuhörte, interessante Dinge erzählte, sondern es störte die anderen, wenn ich ehrlich sagte, wie es mir ging oder auch Mal zeigte, dass ich verletzt war.Cool sollte ich sein, nur über die positiven Dinge reden.ich habe eine Psychotherapie durchgeführt, die aufgedeckt hat, was mir als kleines Kind Schreckliches passiert ist und für das ganze Leben Folgen hat. Aber seitdem ich weiss, was ich 40 Jahre verdrängt hatte, konnte ich nun unter Menschen gehen ohne das Gefühl zu haben, eine Mauer wäre zwischen uns.Aber sogar innerhalb meiner eigenen Familie besteht der Anspruch, nur das Positive zu erwähnen. Es hat Jahre gedauert, bis das Ansprechen von Konflikten in Ordnung ist. Ich finde es sehr tröstlich, dass unser Gehirn plastisch ist. Es können sich neue Netzwerke bilden mit den neuen Erfahrungen,, darüber sollten sich diejenigen informieren, die sich so absendende Verhalten. Ich kann wieder Lebensfreude entwickeln trotz der Behinderung sowohl durch meine Grundkrankheit, als auch nach fast zweijährigen Aufenthalten in Kliniken nach den missglückten Wirbelsäulenoperationen.Mir gefällt dein Blog sehr, du bist mutig, du bist ehrlich, Die Kommentare haben mir auch gefallen. Ich habe mir vorgenommen, über das tägliche Allerlei im Leben als Behinderte zu schreiben neben dem Blog über das, was man tun kann, um trotz allem ein erfülltes Leben zu führen.Sogar einer der Prinzen , ich glaube es war Harry und auch Lady Gaga sprachen über psychische Erkrankungen.Hast du eine Verhaltenstherapie gemacht? Zu. B. Mit Exposition?

    Gefällt 2 Personen

  4. Hey liebe Tatjana,
    🙂 Ja, vielleicht ist Dein Beitrag ja für viele Menschen Motivation Gesicht zu zeigen! Mich hast Du damit auf jeden Fall ermutigt, endlich den Text zu schreiben, der mir schon so lange im Kopf und Herz umher spukte – da war auch viel Angst beim Veröffentlichen auf meinem Blog & Co. Ich habe keine Ahnung, was es mit den Menschen, die es lesen, bewirkt hat und noch bewirkt.
    Die Wirkung, die es für mich hatte, war aber enorm. Es war ein weiterer wichtiger Schritt zur Selbstannahme, die Diagnose willkommen zu heißen und sie besser anzunehmen.
    Danke für Deinen Mut hier so offen zu schreiben!

    LG

    Gefällt 1 Person

  5. Ganz, ganz toll geschrieben. Ich habe deinen Blog gerade vollständig gelesen und bin wirklich beeindruckt von deinem Mut, zu deiner Erkrankung zu stehen. Sieht man selten, leider. Ich handhabe es wie du: In meinem Umfeld wissen die Menschen Bescheid. Und auch ich höre oft, dass man mir Borderline gar nicht ansieht. Hmm. Wie sieht eine Borderlinerin denn aus? Ich kenne einige, aber bisher habe ich keinen Prototyp ausarbeiten können:)…

    Alles Liebe und weiterhin so viel Mut
    Elín

    Gefällt 1 Person

  6. Liebe Inga, vielen Dank für deine Worte. „Gib deiner Diagnose ein Gesicht“ – das klingt spitze! Ich hatte auch schon überlegt, eine Aktion auf Instagram zu starten, weil sich da ein Selfie gut anbietet. Aber du hast recht: Leider ist die Hemmschwelle für Viele da noch sehr hoch. Und das kann ich auch total nachvollziehen, so, wie psychische Erkrankungen heute noch wahrgenommen werden. Das „Noch“ ist hier bewusst gesetzt. Wer weiß, vielleicht ändert sich das ja bald. Ich finde, da liegt so etwas in der Luft… 🙂 Liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

  7. Hey Tatjana,
    Du sprichst mir da voll und ganz aus der Seele! Wirklich sehr gut geschrieben. Es ist wirklich so: Hast Du eine körperliche Erkrankung oder Handicap, dann wird das von der Gesellschaft akzeptiert. Da gibt es sicherlich auch Erkrankungen, denen die Menschen erst einmal mit Angst begegnen – z.B. Krebs. Aber irgendwie hat sich das bei den psychischen Erkrankungen in den letzten Jahren noch mehr stigmatisiert. Eine traurige Entwicklung. Es gab bei uns in der Stadtbibliothek vor ein paar Jahren mal eine Ausstellung zum Thema Missbrauch und Gewalt. Unter anderem wurde ein Video gezeigt, in dem man live eine Panikattacke einer jungen Frau in einer immer voller werdenden U-Bahn zeigte. Dazu sollte man sich dann Kopfhörer aufsetzen. Zu hören war dann die Wahrnehmung der jungen Frau in ihrer Panikattacke. Es war so gut dargestellt! Es lag ein Gästebuch aus, in dem man seine Eindrücke nieder schreiben konnte. Kaum einer hat sich das Alles angesehen!
    Es ist natürlich ein schwieriges Thema, aber weg schauen macht es doch nicht besser!
    Dein Foto ist super!
    „Gib Deiner Diagnose ein Gesicht!“ – das wäre ja mal eine tolle Aktion!
    Denke nur, dass die Hemmschwelle da auch groß ist. Eben weil es bei so Vielen noch mit Vorurteilen , mit Ängsten und Unsicherheiten besetzt ist.
    Ich selbst erlebe das auch immer wieder. 35 Jahre bin ich nun und seit über seit 2011 arbeite ich mich Stück für Stück ins Leben zurück! Ich habe PTBS und einiges andere an Baustellen. Es gibt Rückfälle, Tage, an denen es mal schlechter, dann wieder besser läuft.
    Es braucht mehr Aufklärung, mehr gute Therapeuten, bessere Kliniken usw.

    Gefällt 1 Person

  8. Danke für deinen Kommentar. Es ist nicht immer leicht, so offen über die Erkrankung ins Internet zu schreiben. Aber dann bekommt man solche Worte zu lesen und alles ist wieder gut und lohnt sich und macht Sinn.

    Gefällt 3 Personen

  9. Schön, dass Du dich traust, darüber zu schreiben. Ich kann viel gut nachvollziehen, da ich selbst nach einem Mißbrauch eine PTBS entwickelt habe. Erstmal habe ich mir selbst die Schuld gegeben und, das Wichtigste- keiner durfte wissen, was mir da passiert war. Das passiert einem Jungen nicht! Nur Schwächlingen…also hab ichs in mir begraben und vergessen. 30 Jahre war das tief vergraben, ich wusste nicht mal mehr, dass da was war und wunderte mich, warum ich süchtig werde. Es hat dann ein paar Jahre noch gedauert, bis ich einen Zipfel erwischte und das Vergrabene ans Licht zerren konnte. Dann hatte ich glücklicherweise eine sehr gute Therapeutin.

    Mach weiter so, es ist so wichtig, das wir aus dieser Nische rauskommen!

    Gefällt 2 Personen

  10. Es ist Menschen wie dir, die den Mund aufmachen, die sich trauen darüber zu reden zu verdanken, dass es immer weniger mit meiner Geschichte geben wird.
    Als ich erkrankte, habe ich, statt Hilfe zu suchen, es versteckt, nach aussen unter unmenschlichem Kraftaufwand „auf normal gemacht“ – ich wusste nicht was mit mir los war, das es einen Namen hat, das es heilbar ist. Ich habe jahrelang mit der Angst gelebt, dass wenn jemand endeckt wie es in mir aussieht man mir meine Kinder nehmen würde. So dauerte es 10 schlimme Jahre, statt 2 mit Behandlung.
    Hier auf dem Land, in meinem Umfeld, in meiner Familie sprach man nicht „über sowas“ (Depression, Panikattacken, etc…)
    Das Tabu aufheben ist den Betroffenen eine wichtige Hilfe.
    Warum so „unsensibel“ reagiert wird? Jeder hat sich schonmal am Bein irgendwie verletzt und die Fantasie reicht aus sich den Bruch vorzustellen, das Humpeln ist Zeuge… da kann Mensch sich einfühlen.
    Das im Kopf eines anderen etwas passiert von dem sie keine Ahnung haben, das kann der Gesunde sich nur schwierig vorstellen…
    Danke für deinen Beitrag

    Gefällt 3 Personen

  11. Vielen Dank für dein liebes Feedback! Krass, was du von deinen Bekannten zu hören bekommen hast! Und wie bitte? Ansteckend? Da fällt einem doch bloß die Kinnlade herab! Es ist so traurig, wie wenig Wissen und Verständnis der Durchschnittsmensch in diesem Bereich hat. Es muss mehr Aufklärung her!

    Gefällt 1 Person

  12. Es trifft mich noch mehr, dass Menschen, die selbst unter einer psychischen Krankheit leiden, so etwas sagen. Gerade als Betroffener sollte man doch wissen, dass a) nicht jeder „aussieht“ wie seine Erkrankung (wie auch immer man dann ihrer Fantasie nach aussehen sollte) und b) dass es unheimlich kontraproduktiv sein kann, so etwas gesagt zu bekommen.
    Tut mir leid, dass du die Erfahrung machen musstest. Hoffentlich hast du in der Klinik auch Mitpatienten treffen können, die gut zu dir waren und dich akzeptiert haben!

    Gefällt mir

  13. Danke, für diesen unglaublich tollen Beitrag – du sprichst mir aus der Seele!
    Mit am besten hat mir folgendes gefallen: „Dass wir damit Menschen vergraulen, die wir offensichtlich mit all ihrer Oberflächlichkeit nicht in unserem Leben brauchen?“ Ich habe viele meiner „Freunde“ verloren, als ich erzählte an (chronischer) Depression zu leiden. Plötzlich verabschiedeten sich nahezu alle. Mir wurde auch einmal gesagt, dass man nichts mehr mit mir unternehmen möchte, da ich totsicher allen die Stimmung verderben würde. Einige dachten auch, es sei „ansteckend“ – ja nicht die Hand reichen, sonst zerrt sie einen ins Loch.
    Und noch etwas: dein Lächeln auf dem Foto wirkt unglaublich sympathisch (;
    Mach weiter so, dein Blog ist toll!

    Gefällt 2 Personen

  14. Danke für die guten Worte. Was für Vorurteile und Vorstellungen andere haben ist mir am meisten aufgefallen, als ich eine Woche nach meinem Suizidversuch in der Klinik von Mitpatienten gesagt bekam, ich würde gar nicht so rüber kommen als würde ich sowas machen oder hätte Depressionen und Angstzustände. Das konnte ich dann leider nicht als Kompliment nehmen, sondern hat mir nur das Gefühl gegeben, nicht mal da so angenommen zu werden.

    Gefällt 2 Personen

  15. Vielen Dank liebe Silke! Und das mit dem Introvertiertsein ist ein guter Punkt! Ich ärgere mich auch so oft darüber, dass introvertierte Menschen behandelt werden, als hätten sie irgendeine Fehlfunktion…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s